Sind so leere Hände, strecken sich heraus: Aber wem gibt man 'ne Mark und warum nicht? Die Obdachlosen, die Bettler und Berber, die Prediger und Randalierer, die grau Verzweifelten, sie alle gehören - wie lange eigentlich schon? - nicht nur am Bahnhof zur deutschen Szene. Und jetzt auch zum Film. Jan Schüttes Fette Welt, ziemlich frei, aber gelungen nach Helmut Kraussers gleichnamigem Roman, zeigt nicht nur sehr gute Schauspieler im Team mit diesen anderen, die uns beunruhigen, verstören, die oft nur eine düstere Kulisse bilden. Die Penner treten daraus hervor und kämpfen (manchmal), saufen (oft), küssen (selten), träumen (hin und wieder) und halten durch (fast immer). Beinahe so wie wir. Hätte eine Sozialoperette werden können, wurde aber eine Woyzeck-Geschichte. Erinnert uns daran, daß ein Gehalt und eine Krankenversicherung nicht alles sind. Aber doch auch ziemlich viel. Und läßt aus trostlosen Kulissen Menschen werden. Was zum Schönsten, Besten und Wahrsten gehört, was Kunst zu Leben machen kann.