Zeitungen sind eine prima Sache mit zwei Seiten. Manche leben von Gerüchten, die anderen davon, daß sie Gerüchte auf Wahrheit prüfen, Informationen verbreiten und Meinungen als solche wiedergeben. Die letzteren sind die besseren, und zu denen gehört die Süddeutsche Zeitung. Eigentlich. Um so erstaunter macht ein Artikel im SZ-Magazin, der die Arbeit des Goethe-Instituts zum Anlaß nimmt, gegen diverse Mitarbeiter desselben mit allen Artigkeiten vorzugehen, welche die deutsche Sprache zu bieten hat: Insinuation, Verdacht und Unterstellung, ein bißchen Häme hier, ein bißchen Beleidigung dort. Eine davon wurde inzwischen justitiabel, aber es fehlt auch nicht an Formulierungen, gegen die sich kein Mensch und Bürger wehren kann: "Untergebene beschreiben ihn als herrisch, egoman und machtbesessen", "es wird darüber geredet ...", "im Institut ist er dafür berühmt ..."; sie soll, man sagt, er hat, und alles dem Vernehmen nach. Generalsekretär Sartorius wird gar mit einem Selbstzitat geehrt ("von der Süddeutschen Zeitung schelmenhaft ,Joachim ich dichte auch Sartorius' getauft"); ihm und seiner Frau, der Literaturagentin und Übersetzerin Karin Graf, unterstellt der Artikel Kungelei. Merke: Wer Gedichte schreibt und sie veröffentlicht, wird mit Arbeitslosigkeit nicht unter fünf Jahren bestraft. Berufstätige Frauen schmarotzen grundsätzlich bei ihren Ehemännern, wenn die auch erfolgreich sind. Und schließlich: Auch gute Zeitungen haben ihre schwachen Seiten.