Für Ökonomen ist der Freihandel eine Herzenssache, für normale Menschen dagegen ein abstraktes, im Zweifel gefährliches Ding, dem der eigene Arbeitsplatz zum Opfer fallen kann. Daß woanders viel mehr Jobs entstehen, interessiert die Betroffenen wenig, weshalb dem Freihandel meist die Lobby fehlt. Wie dies zu ändern wäre, hat nun die US-Handelsbeauftragte Charlene Barshefsky vorgeschlagen: Zu Verfahren vor der Welthandelsorganisation (etwa gegen das EU-Bananenregime) soll Publikum zugelassen werden wie zu einem Strafprozeß. Öffentlichkeit gegen Protektionismus - die Idee könnte die politische Ökonomie internationaler Organisationen verändern. Nach herrschender Lehre brauchen diese absolute Diskretion, um sachgerecht zu arbeiten; nach Barshefskys Logik ist das Gegenteil richtig. Ein Test würde sich lohnen: Wenn Öffentlichkeit der WTO guttut, warum nicht auch dem Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank?