Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle darf sich die Hände reiben: In Frankreich entsteht aus der Fusion der Société Générale mit der Paribas eine neue Superbank, und der Münchner Versicherungsriese ist dabei. Zwar beträgt der Anteil des deutschen Konzerns an dem neuen Geldgiganten, der unter dem Namen SG Paribas firmieren und mit einer Bilanzsumme von fast 600 Milliarden Euro zu den ganz großen Kreditinstituten Europas zählen wird, nur 3,49 Prozent. Doch damit ist die Allianz nach der französischen Versicherungsgruppe Axa, dem größten Rivalen der Deutschen, der zweitgrößte Aktionär. Mehr noch: Höchstwahrscheinlich wird Schulte-Noelle bei einem weiteren französischen Geldhaus zum Zuge kommen. Denn Paris will noch in diesem Jahr die staatliche Großbank Crédit Lyonnais (CL) privatisieren. Dabei soll die Allianz einen Anteil von rund 6 Prozent übernehmen. Als weitere Kandidaten eines Kerns fester CL-Aktionäre, die zusammen auf rund 25 Prozent des Kapitals kommen dürften, gelten die neue SG Paribas, die Axa und Italiens Agnelli-Familie.

Offen ist nun, was mit der französischen Großbank BNP passiert. Sie war ebenfalls als Fusionspartner für die Paribas im Gespräch. Die BNP ist zwar seit Jahren locker mit der Dresdner Bank verbändelt. Doch daß daraus eine engere Beziehung wird, ist unwahrscheinlich. Auch der Deutschen Bank werden - trotz aller Ambitionen - wenig Chancen auf einen Einstieg in den französischen Markt eingeräumt.