Die rote Karte bleibt ihm wohl erspart. Aber Gelb werden die sieben Aufsichtsratsmitglieder von Greenpeace dem ersten Geschäftsführer des Ökoverbandes, Walter Homolka, voraussichtlich schon zeigen, wenn sie am Freitag zu einer Routinesitzung zusammenkommen. In der Hamburger Zentrale des Umweltmultis (Spendenaufkommen 1998: 66,4 Millionen Mark) ist der Ärger über den Chef groß, der erst vergangenen April seinen Posten antrat. Trotz seiner intellektuellen Fähigkeiten und rhetorischen Begabung halten ihn mittlerweile viele der einflußreichen Bereichsleiter für den falschen Mann an der Greenpeace-Spitze: Politisches Interesse liege ihm fern, und die Anliegen von Greenpeace interessierten ihn zuwenig, lauten die Vorwürfe. "Unsere wichtigsten Forderungen sind ihm unbekannt", sagt gar ein Greenpeace-Mitarbeiter. Die Unzufriedenheit mit Homolka verlängert die Führungskrise. Seitdem Thilo Bode im Herbst 1995 zu Greenpeace International nach Amsterdam gewechselt ist, haben die Ökoaktivisten mit ihren Führungskräften keine Fortune mehr. Homolkas Stellvertreterin Birgit Radow kündigte erst vor zwei Wochen.