Schon nach zwei Wochen wollte sie kündigen. Kaum hatte Silvia Braun am 1. Dezember vergangenen Jahres ihren Dienst bei der Münchner Polizei-Inspektion (PI) 14 aufgenommen, berichtete sie der Gleichstellungsbeauftragten Elfriede Steuerer von ihrem Entschluß. Sie werde von den Kollegen ausgegrenzt und nicht anerkannt, klagte sie, ließ sich jedoch rasche Konsequenzen ausreden. Die Beamtin blieb in der Dienstgruppe.

Ende Januar wandte sie sich an ein Mitglied des Personalrats und berichtete erneut von Schwierigkeiten in der Inspektion. Diesmal klagte die 22 Jahre alte Frau auch über obszöne Sprüche des stellvertretenden Dienstgruppenleiters. Wie zuvor die Gleichstellungsbeauftragte bot auch der Personalrat Hilfe an: Sie könne den Leiter der PI informieren, auch eine Versetzung sei möglich. Silvia Braun lehnte ab. Sie wollte alleine mit dem Problem fertig werden. Drei Wochen nach diesem Gespräch, am Sonntag vergangener Woche, erschoß sie sich mit ihrer Dienstwaffe auf einem Autobahnparkplatz.