Der Wahn greift um sich. Gewisse Leute scheinen von ihrer schieren Existenz gar nur noch dann überzeugt, wenn die sich medial vervielfältigt - und das trifft nicht nur die Unscheinbaren, die bei Frau Schäfer über ihre Verhältnisse sprechen, das hat sogar den Kanzler erfaßt, der allein durch die Existenz seiner Berater eine gewisse Sicherheit darüber gewinnen könnte, daß es ihn gibt und daß er wirklich Kanzler ist. Eine sehr verbreitete deutsche Zeitung hat zu diesem Problem - der Ubiquität des Kanzlers und deren Verdoppelung bei Gottschalk, Wontorra und Schmidt - Berufene befragt, ob sie das richtig finden, zum Beispiel Marcel Reich-Ranicki. Sein erster Satz: "Ich selbst war diese Woche Gast bei Harald Schmidt." Da kann man nichts machen.