In die verwirrte Diskussion um das in Berlin geplante Holocaust-Mahnmal hatte sich Richard Schröder, der ostdeutsche Theologe und Politiker, mit einem in der ZEIT veröffentlichten Vorschlag eingemischt (Nr. 4): ein Mahnmal - kein Denkmal plus Museum - mit einem hebräischen Schriftzug aus den Zehn Geboten, dem Zitat: Nicht morden! - Schröders Vorschlag wurde alsbald von Professor Hans Joachim Meyer, dem sächsischen Wissenschaftsminister und Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, aufgegriffen. Am Wochenende unterstützte Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen den Gedanken, und am Dienstag auch Manfred Kock, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ein Zeichen dafür, daß sich auch in verfahrenen Diskussionen eine persönliche Initiative lohnen kann.