Gerüchte zirkulierten im kalifornischen Silicon Valley schon länger. Seit Dienstag ist es nun amtlich: Der legendäre Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) wird sich in zwei Teile spalten - in ein Unternehmen für das Computerund Druckergeschäft sowie in ein anderes für Meß- und Testgeräte. Die zweite Firma soll dann im Laufe des Jahres an die Börse gehen.

Für HP-Chef Lewis E. Platt ist die Teilung das Eingeständnis, daß nur radikale Schnitte sein Unternehmen aus der Krise bringen können. Noch Anfang der neunziger Jahre hatte sich das Traditionsunternehmen aus dem amerikanischen Sonnenstadt dank einer brillanten Geschäftsstrategie den Druckermarkt von der japanischen Konkurrenz zurückerobert und sich auf diese Weise zum führenden Produzenten von leistungsstarken Netzcomputern, im Fachjargon Server genannt, aufgeschwungen. Doch seit einiger Zeit hangelt sich HP, von Bill Hewlett und David Packard bereits 1938 in einer Garage im Silicon Valley gegründet, von einem enttäuschenden Quartalsergebnis zum nächsten. Zwar konnte HP bei Personalcomputern seinen Marktanteil steigern - aber nur um den Preis niedrigerer Profite. Und bei den Servern verliert es zunehmend Kunden an die aggressiven Konkurrenten Sun Microsystems und IBM.

Mit dem neuen Unternehmen, zu dem unter anderem auch die Medizintechnik gehören soll, trennt sich Hewlett-Packard von 7,6 Milliarden Dollar seines Umsatzes - das sind 16 Prozent seiner Einnahmen im vergangenen Jahr. Platt hofft, daß sich die beiden Teilunternehmen jetzt besser auf ihr Geschäft konzentrieren können - und getrennt an der Börse mehr wert sein werden als zusammen. Für die Beschäftigten gibt es auch eine gute Nachricht: Die Zweiteilung soll zu keinen Entlassungen führen.