Wenn Schotten eine Bank gründen, kann wohl nur der Allerhöchste die Kunden von den Vorteilen der Geldanlage überzeugen. Entsprechend hat sich die Bank von Schottland einen kompetenten Partner für ihre neue amerikanische Direktbanktochter gesucht: Fernsehprediger Pat Robertson soll die US-Kundschaft von den Vorteilen eines Sparkontos bei den knauserigen Schotten überzeugen. Offensichtlich hat der umtriebige Geistliche bereits ausreichend Erfahrung im Geldmanagement vorzuweisen. Bereits im Januar machte Robertson als Direktor des britischen Modeunternehmens Laura Ashley auf sich aufmerksam. Die Vermutung, der Gottesmann bringe neben Unternehmergeist auch die etwa 55 Millionen Anhänger seines christlichen Fernsehkanals als Kundenstamm in die Kooperation ein, wies die Bank weit von sich. Ein passender Werbeslogan für das neue Unternehmen ist nicht schwer zu finden: "In God we trust", verkündet jeder Dollar die amerikanische Glaubenstreue. Zumindest im Sprachjargon scheinen Banker und Prediger bereits weitgehend übereinzustimmen.