Die polnische Literatur ist bekannt für ihre Lyriker und für ihre Exzentriker. Mit Nobelpreisen bedacht, weltweit übersetzt und hochgeachtet sind die großen Dichter; und die Exzentriker feiern immer wieder in irgendeiner Ecke der literarischen Welt ihre neuerliche Entdeckung.

Es sind zwei Merkmale, die man als kleinsten gemeinsamen Nenner einer Literatur erwähnen könnte, die kaum gewichtige bürgerliche Epik, dafür aber Poesie in vielfältiger Form hervorgebracht haben: die kluge und leidenschaftliche Ironie (das gibt es!) und die Ablehnung behäbiger Formeln zur Beschreibung der Wirklichkeit.

Ein Gedicht des schlesischen Lyrikers und Übersetzers Piotr Sommer beginnt mit den Versen:

Wo sind wir? In den Ironien,

die keiner erfaßt, kurzlebig

und beiläufig, in trivialen Pointen,

die die Metaphysik in absurden