Zugegeben: Es fällt uns Wessis manchmal schwer, die Ossis zu verstehen, zumindest jene, die kahlgeschoren und alkoholgetränkt durch ostdeutsche Innenstädte dröhnen und Schrecken über deren Marktplätze bringen. Wohl wären uns ein paar Deutungen für dieses unerfreuliche Verhalten eingefallen: Die Verunsicherung einer ganzen Gesellschaft nach dem Zusammenbruch ihres politischen Systems etwa; die Trostlosigkeit, die dort in der einen oder anderen Plattenbausiedlung herrschen soll; der zum Teil bestürzende Mangel an Arbeits- und Ausbildungsplätzen; vielleicht auch der bedauernswerte Hang mancher Sozialarbeiter, unter Jugendarbeit eher den Ausschank von Flaschenbier zu verstehen.

Doch die wissenschaftliche Erklärung liefert nun endlich der hannoversche Kriminologe Christian Pfeiffer: Die Tendenz ostdeutscher Jugendlicher zu Exzessen gegen Ausländer rühre vor allem daher, daß sie zu Zone-Zeiten nur in den Kindergarten aufgenommen wurden, wenn sie mit zwölf Monaten allein auf den Topf gehen oder krabbeln konnten. Diese (nur ein wenig analfixierte) Theorie widerlegt ein weiteres Mal die irrige marxistische Annahme, daß das Sein das Bewußtsein bestimme. Sie belegt also die Überlegenheit bürgerlicher Denktraditionen (Psychoanalyse) auf den Trümmern des Realsozialismus.