Vorbei sind die Zeiten, in denen die deutschen Produzenten von Software bei Banken oder beim Staat kleinlaut um finanzielle Hilfe betteln mußten. Gleich reihenweise gehen sie derzeit an die Börse, um sich für die weitere Expansion ihrer zukunftsträchtigen Geschäfte Kapital zu beschaffen. Mit Erfolg. Denn selbst in Deutschland wissen Geldgeber mittlerweile ihren Wert zu schätzen.

Das gibt Auftrieb. So kann es sich der Bundesverband Informations- und Kommunikations-Systeme sogar leisten, der Bundesregierung eine Abfuhr zu erteilen. Die meinte es nur gut, als sie den kleinen und mittelgroßen Unternehmen der Branche Fördermittel in Höhe von etwa 30 Millionen Mark in Aussicht stellte. Man halte diese Form der Subvention angesichts der privaten Finanzierungsmöglichkeiten nicht mehr für angemessen, ließ der Verband die Regierung wissen.

"Wenn unbedingt Mittel fließen sollen, dann wäre Hilfe am ehesten beim raschen Abbau der katastrophalen Knappheit von ausgebildeten Fachkräften vonnöten", so der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes und iXOSS-Chef Eberhard Färber. Er gehörte seinerzeit zu jenen, die mit ihrer Idee bei Finanziers noch aufliefen - und es trotzdem schafften.

Tatsächlich könnte der Personalmangel in der Branche die guten Perspektiven noch trüben. Schon im vergangenen Jahr gaben allein die Deutschen rund 50 Milliarden Mark für Software und den Service drum herum aus. Und nach den Schätzungen der Unternehmensberatung Diebold wird das Personaldefizit im laufenden Jahr noch einmal um etwa 8,5 Prozent wachsen.

An die alten Zeiten erinnert sich derweil, heute eher belustigt, auch Ulrich Dietz, der Gründer des Softwarehauses GFT: "Bei den Banken rangierten wir stets zwischen Frisör und Pizzaservice."