Anführungszeichen um wörtliche Rede sind wie ein Rahmen. Kein goldener, aber ein Rahmen immerhin. Der Leser erwartet etwas Rahmenswertes zwischen ihnen: eine besonders wichtige Auskunft, bei der es auf den exakten Wortlaut ankommt, eine besonders originelle oder verräterische Formulierung - irgendein Umstand muß vorliegen, der dem Journalisten gebietet, seinem Informanten das Wort zu lassen. Wenn Klaus Töpfer sich in Nairobi fremd gefühlt hat, kann sein Porträtist nicht gut schreiben, er habe gefremdelt; das kann er wirklich nur Töpfer selber sagen lassen. Doch wie steht es mit dem "massiven Exodus" [aus dem Busineß], den ein Restaurantbesitzer vorhersagt? Nun, vielleicht war der Satz ja unerhört spritzig für einen verzagten Erlebnisgastronomen. Aber nun dies: "'Wir wollen eine Spitzenposition auf dem deutschen Markt einnehmen', beschreibt [der Chef] die neue Strategie. - 'In Deutschland und Frankreich gehen wir an den Start', ergänzt [der Unterchef]." Zwei Rahmen, und beide leer. "Hört und staunt: ,Morgen früh wird es hell', verkündet der Präsident. - 'Morgen abend wird es dunkel', ergänzt sein Vize."