Waffenschmuggler und Menschenhändler, Drogenbosse und Wirtschaftskriminelle treiben ihr Spiel im supranationalen Luftraum der Weltgesellschaft - der ganze Globus ist ihre Bühne. Nach welchem Recht sollen sie verurteilt werden? Kann das Strafrecht, das an lokale Rechtskultur gebunden ist, interkulturell gelten, um Menschenrechtsverletzungen zu ahnden? Ein "Weltstrafgesetzbuch" muß es geben, sagt der Philosoph Otfried Höffe und zitiert Nietzsche: Die "Objektivität des gerechten, richtenden Auges" ist die "höchste Meisterschaft auf Erden".

Norbert Haas/Rainer Nägele/H.-J. Rheinberger (Hrsg.): Aufmerksamkeit. Liechtensteiner Exkurse III; Edition Isele, Eggingen 1998; 350 S., 48,- DM Aufmerksamkeit ist die Fürbitte der Seele. Aber was heißt heute "menschliche" Aufmerksamkeit unter den Bedingungen ihrer medialen Zurichtung und wissenschaftlichen De-Naturierung? Was zählt noch ein "Augenmerk"? Oder der inständige Blick, unter dem die Dinge die Augen aufschlagen? Gehören Aufmerksamkeit und genaue Lektüre, die Liebe zum Unscheinbaren und die Hin-Gabe an das Geringfügige mittlerweile zum Ausnahmezustand menschlicher Wahrnehmung? Dieser Tagungsband gibt eine schöne Auskunft - und verdient Aufmerksamkeit.

Werner Gephart: Gründerväter. Soziologische Bilder; Verlag Leske und Budrich, Opladen 1998; 148 S., 33,- DM Wer sagt, Soziologie sei abstrakt? Wissenschaftler nehmen Collagen und Porträts ihrer Gründerväter zum Anlaß für kleine soziologische Meditationen.

Otfried Höffe: Gibt es ein interkulturelles Strafrecht? Suhrkamp Verlag (stw 1396), Frankfurt am Main 1999; 180 S., 18,80 DM