In der beliebten Serie Pleiten, Pech & Pannen: die Bundesregierung berichtet hat die Folge letzter Woche - "Der Kanzler am Telefon" - besondere Heiterkeit ausgelöst. Dieselbe hat zwei Ursachen. Erstens: Wie einfach ist es doch, zu Gerhard Schröder persönlich durchzudringen, hat man doch einen ordentlichen Stimmenimitator zur Hand! Zweitens: Spricht man dann mit dem Kanzler, wird nichts von Bedeutung gesagt. Alles Geraune und Gerede von der Berliner Republik, dem neuen Selbstbewußtsein, der großen Nation und was dergleichen Beschwörungsformeln mehr sind, verflattert sich ganz umstandslos. Wir sitzen wieder auf einer Couchgarnitur in Bonn, bezogen mit dunkelbraunem Cord, vielleicht auch schwarzem Leder (dann selbstverständlich Chromrahmen!), trinken denselben kalten Kaffee wie schon immer und sagen so etwas wie "Das schaffen wir schon!", "Kriegen wir hin!" und atmen lauwarme Gemütlichkeit, die Zuversicht des Durchwurstelns. Das Erhabene ist so fern wie die Angst, Ernst eine ganz überflüssige Anstrengung. Der Kaiser ist nicht nackt, sondern im Trainingsanzug.

Furore hätte es eher gemacht, wenn einer mit der Stimme Götz Georges dem Kanzler in einem neuen großen deutschen Film (Regie: H. Dietl, Hauptrollen: V. Ferres, G. George, M. Adorf und eben G. Schröder) ein Engagement geboten hätte. Oder ein Vertrauter des Herrn Thoma eine Talk-Runde, in der Herr Schröder mit dem Bundeskanzler und dem SPD-Vorsitzenden spricht; Titel: In aller Offenheit. Oder Armani selbst, der Schröder den ersten Stapellauf in Mailand anträgt: das sirrend-selige Leuchten am anderen Ende, die Begeisterung, der Opfermut im Kanzleramt! Um Kleinigkeiten wie Krieg und Frieden kümmern sich ohnehin andere, die Buchhaltung ist wieder in bewährten Händen, den Rest erledigt die Wirtschaft gerne selber. Bleibt Handlungsspielraum, wie es in der Politik so treffend heißt. Nur eben nicht dort.