Eigentlich, so schien es, ist die Sache ganz einfach: Wettbewerb auf dem Telefonmarkt belebt das Geschäft, läßt die Preise sinken - und alle profitieren davon. Doch wie es derzeit aussieht, kommt der stimmigen Theorie immer wieder die Praxis in die Quere. Und die überwacht eine Regulierungsbehörde. Aber leider verstehen deren Beschlüsse mittlerweile nur noch Eingeweihte.

Die Konkurrenz könne ihre Leitungen zum Billigtarif nutzen, klagt die Telekom. Das Entgelt für die Übernahme der Teilnehmeranschlußleitung sei zu hoch, protestieren deren Rivalen. Der jüngste Beschluß des Amtes dürfte nun für ein noch höheres Niveau der Verwirrung sorgen: Die Telekom darf zwar ihre Tarife für Ferngespräche zwischen 21 und 6 Uhr auf sechs Pfennig pro Minute senken, nicht aber die für Ortsgespräche in dieser Zeit. Die beantragten drei Pfennig pro Minute seien nicht kostendeckend.

So manchem mag das alles als ziemlich absurd erscheinen. Doch das Chaos ist nur der Vorläufer für den - hoffentlich - irgendwann funktionierenden Wettbewerb. Außerdem überwiegt, bislang jedenfalls, das Positive. Schließlich sind die Telefontarife, auch für treue Telekom-Kunden, bereits drastisch gesunken. Und auf der diesjährigen Computermesse Cebit (siehe nebenstehenden Bericht) wird zu besichtigen sein, daß die Geschäfte insgesamt brummen.

Damit das so bleibt, müssen allerdings endlich die Tricksereien aufhören: mißverständliche Anzeigen hier, Verzögerungstaktiken da. Mit unfairen Methoden, die der Telekom vorgeworfen werden, aber auch ihren Rivalen nicht fremd sind, tun die Kontrahenten weder sich selbst noch den Kunden einen Gefallen.

Da diese Einsicht bei allen zwar grundsätzlich vorhanden ist, es gleichwohl an der praktischen Umsetzung mangelt, werden sich die Verbraucher daran gewöhnen müssen, daß der Regulierer immer wieder interveniert. Auch wenn seine Beschlüsse nicht immer verständlich sind: Bislang agierte er mit Weitsicht. Bleibt zu hoffen, daß außer den Eingeweihten auch die Marktkontrolleure den Überblick bewahren.