In diesen hektischen Zeiten kommt die Versorgung manchmal zu kurz. Der abendliche Blick in den Kühlschrank offenbart nur gähnende Leere - oder Vergammeltes. Wenn sich das neueste Produkt der Haushaltsgerätefirma Elektrolux durchsetzt, dann dürfte dieses Problem gelöst sein. Der "Screenfridge" füllt sich praktisch per Mausklick. Und das geht so: Verbraucher ziehen nur noch die Codes, die auf den Verpackungen prangen, an einem eingebauten Scanner vorbei oder geben an dem Bildschirm des Kühlschranks weitere Wünsche ein. Der High-Tech-Zwitter wählt sich dann ins Netz ein und schickt die Bestellungen an den Supermarkt um die Ecke. Der liefert die Waren daraufhin direkt ins Haus.

Das Gerät liefert freilich noch sehr viel mehr Service. Über seinen Bildschirm lassen sich auch E-Mails abrufen, man kann durchs Internet surfen oder fernsehen. Später soll der Screenfridge sogar einmal als Kontrollstation für Waschmaschine oder Heizung dienen. Und: Der Mehrzweckkühlschrank liefert lediglich einen Vorgeschmack auf das, was in der digitalen Welt von morgen möglich sein wird.

Vor allem die rund 15 Millionen amerikanischen Familien mit mehr als einem Personalcomputer haben Interesse an dem Konzept. Ihnen scheint es höchst attraktiv, vom Arbeitsplatz aus kontrollieren zu können, ob der Herd auch wirklich ausgeschaltet ist, oder kurz vor dem Heimweg schon einmal die Kaffeemaschine einzuschalten.

Ob Medienunternehmen, Telekomfirmen, Hardwarekonzerne, Softwareschmieden - alle wollen sie ein möglichst großes Stück von dem Milliarden-Kuchen. Kaum eine Woche vergeht derzeit, in der nicht eine weitere Initiative unter dem Motto home network gestartet wird. Vergangenen Donnerstag verkündeten etwa Microsoft und ein Telekomausrüster, sie wollten künftig gemeinsam Bausätze fürs Hausnetz vertreiben.

Am heftigsten wird derzeit darum gestritten, wer Haushalte ans Netz anschließen darf und mit welcher Technik. Die heutigen Modem-Verbindungen sind viel zu langsam für die künftigen Multimedia-Dienste. Und sie sind viel zu umständlich: Nutzer müssen sich jedesmal neu einwählen. Der Netzanschluß von morgen soll hingegen Zugang zu Standleitungen verschaffen, durch die sich sogar Videos problemlos schicken lassen.

Eine andere Position in den heimischen Netzen dürfte auf Dauer noch heftiger umkämpft sein: die Schaltstelle, in der alle Datenströme eines Haushaltes und seiner Außenwelt zusammenlaufen - sei es Video, Telefon, Internet oder andere elektronische Dienstleistungen. Wer diesen Markt beherrscht, wird die höchsten Mautgebühren auf den heimischen Datenautobahnen kassieren.

Hier bieten sich ebenfalls zwei Lösungen an: der Personalcomputer (PC) oder das Fernsehgerät mit intelligentem Zusatzgerät, der sogenannten Set-Top-Box. Bisher nutzen Haushalte vor allem den PC, um sich ins Netz einzuklinken. Doch das könnte sich bald ändern. Unternehmen aus der Unterhaltungselektronik, wie beispielsweise Sony oder Philips, traut man es eher zu als etwa Compaq oder Hewlett-Packard, daß sie einfach zu bedienende und zuverlässige Geräte für die Normalverbraucher bauen.