Ja, "nur" als Dichter wäre Goethe nicht Minister im Ländchen Sachsen-Weimar geworden. Die Dissertation des Zweiundzwanzigjährigen über ein Thema aus dem Staatskirchenrecht wurde zwar von der Fakultät nicht angenommen, aber am 6. August 1771 wird der junge Frankfurter zum Licentiatus Juris utriusque promoviert: einem akademischen Grad für kirchliches und weltliches Recht. Also sind von dem Schreibtisch eines Dichters mehr als nur juridische Abfälle zu gewärtigen. Über fünfhundert Zitate sind hier versammelt, mit Querverweisen, Titel und Fundstellen erschlossen - von Abgaben über Diebstahl, Eid, Gottesurteil, Kredit, Mörder, Naturrecht, Pressefreiheit, Theatergesetze bis zu Zinsauflage und Zoll.

Joachim Schultz (Hrsg.): Ein Naturgeschenk - Richard Wagner über Goethe; Edition Schultz & Stellmacher, Bayreuth 1999; 36 S. Abb., 10,- DM Lag der Meister in Wahnfried schlaflos, griff er gern zu dem auf dem Nachtkastl liegenden Sedativum: Goethes Gedichten. Keine Häme! Dort fühlte er sich geborgen. Hätte er sonst den kühnen Satz gewagt: "Beinahe möchte ich, Goethe hätte nichts weiter als wie den Faust geschrieben, so herrlich ist der." Joachim Schultz hat aus Briefen und der Autobiographie Wagners einen kleinen Zitatenkranz geflochten, etwa mit dieser Blüte: "Mir ist Göthe ein Naturgeschenk, durch welches ich die Welt erkennen lerne wie durch wenig andre."

Alfons und Jutta Pausch (Hrsg.): Goethe-Zitate für Juristen; Verlag Dr. Otto Schmidt, Köln; 148 S., 36,- DM