die zeit: Sie leiten seit 1987 ein Rehabilitationszentrum für behinderte Palästinenser in Beit Jala im Westjordanland. Was macht Lifegate so besonders?

Burghard Schunkert: Wir sind das einzige Projekt, das diesen Menschen eine Berufsausbildung bietet und sie zur Selbständigkeit führen will. Körperbehinderte und Gehörlose lernen in Wohngemeinschaften, wie man einen Haushalt führt. Tagsüber werden sie in unseren Werkstätten zu Schreinern, Schustern, Schlossern, Strickerinnen und Näherinnen ausgebildet. Das hilft, um in der Gesellschaft besser akzeptiert zu werden.

zeit: Wer finanziert das Ganze?

Schunkert: Das Geld kommt aus dem Ausland. Neben großen karitativen Trägern kümmert sich ein kleiner Förderverein in Würzburg um die Öffentlichkeitsarbeit - vor allem in kirchlichen Kreisen. Ich halte es allerdings für besser, sich nicht zu sehr zu exponieren, um in der Nische sinnvoll arbeiten zu können. Wer oft in die Schlagzeilen kommt, muß nur Einschränkungen erfahren.

zeit: Sie pendeln selbst täglich zwischen Israel und den Palästinensergebieten hin und her?

Schunkert: Ja, ich habe Freunde auf beiden Seiten und versuche immer politisch ausgleichend zu wirken. Ich sehe unsere Arbeit auch als eine Brückenfunktion, so werden zum Beispiel unsere Behinderten in israelischen Krankenhäusern versorgt.

zeit: Kann man bei Lifegate Zivildienst machen?