Bayerische Mitbürger mögen es bekanntlich derb. Die verantwortlichen Herren der Münchner HypoVereinsbank tun alles, damit diese landsmannschaftliche Tradition in der Finanzwelt nicht vergessen wird. Vor gut vier Monaten ging die Männerfreundschaft von Albrecht Schmidt und Eberhard Martini in die Brüche. Grund für das beispiellose Zerwürfnis war ein 3,5-Milliarden-Loch. Der Streit der Banker wurde nur notdürftig übertüncht. Jetzt geht die Sache wieder von vorne los.

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen ausgedehnt, von Bilanzfälschung, gar persönlicher Bereicherung ist die Rede. Martini, vormals Vorstandssprecher der Bayernhypo und heute nur noch Aufsichtsrat im fusionierten Geldhaus, wirft dem heutigen Bankchef Schmidt vor, er wolle ehemalige Vorstände und Aufsichtsräte der Hypo kriminalisieren. Wirklich, das schafft doch Vertrauen. Erst recht, da der unterhaltsame Disput auf offener Bühne ausgetragen wird. Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre sollten dankbar sein. Sie kriegen endlich einen guten Eindruck, wie es so bei der HypoVereinsbank zugeht.