"Ist öko out?" fragt der eine. "Es mehren sich nämlich die Zeichen, daß öko out sein könnte." Und das nächste Mal respondiert der andere: "Kommt Öko aus der Mode?" Was dagegen? So redet man heute doch, jeder versteht es auf Anhieb, es hat sogar etwas Gewitztes, Pointiertes, Zeitgenössisches. Trotzdem ist etwas faul daran, und es läßt sich auch sagen, was: Dieses öko ist gar kein Wort. Es ist nur ein Wortbruchstück, eine ungemein produktive Vorsilbe mit einer entlegenen eigenen Bedeutung, abgeleitet von griechisch oikos, Haushalt. Alle richtigen Wörter gehören in bestimmte Klassen, aber öko? Ist es ein Adjektiv, eine Kurz- und Koseform von ökologisch oder ökonomisch? Der erste Autor nimmt es wohl an, denn er schreibt es klein. Der zweite schreibt es groß, hält es für ein Substantiv. Dann allerdings brauchte es ein Genus und einen Numerus, und er hätte wohl "Die Öko kommt aus der Mode" geschrieben - und den Satz um seinen modernen Effekt gebracht. Keiner kann wissen, was für ein Wort öko ist; als Wort ist es wirklich out. Denn es gibt nur eine Sprache, in der die Wörter noch gar keine zu sein brauchen: die Sprache, in der es heia heia und ata gehn heißt, die Babysprache.