Der überraschende Abgang von Oskar Lafontaine bringt Wim Duisenberg, den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), und dessen Kollegen in die Bredouille. Bislang hat ihnen der ehemalige Bundesfinanzminister mit seinen Appellen, die Zinsen zu senken, eine bequeme Ausrede dafür geliefert, nichts zu tun. Jetzt kann ihnen die geldpolitischen Entscheidungen niemand mehr abnehmen.

Lafontaines designierter Nachfolger Hans Eichel könnte allerdings auf die Idee kommen, den EZB-Banken statt der Entscheidung gleich das Geld abzunehmen. Die Ökonomen Daniel Gros und Franziska Schobert haben nämlich ausgerechnet, daß die Zentralbanker auf viel zu großen Währungsreserven sitzen. Sie schlagen vor, daraus 100 Milliarden Euro an die Regierungen auszuschütten. Bei solch verlockenden Aussichten wird Hans Eichel möglicherweise frech wie Oskar.