Fast unterschriftsreif ist der Vertrag zwischen der Münchner Kirch-Gruppe und der Fernseh- und Rundfunk-Holding CLT/Ufa. Die Luxemburger Tochter des Gütersloher Bertelsmann-Konzerns will sich weitgehend aus dem Pay-TV-Sender Premiere verabschieden. Bisher war CLT/Ufa mit 50 Prozent an dem Hamburger Sender beteiligt. Doch zwischen den Gesellschaftern Kirch und Bertelsmann hat es zuletzt nur noch Streit über die Führung des Senders gegeben. Überdies sieht Bertelsmann im Pay TV keine große Zukunft mehr. CLT/Ufa-Manager Rolf Schmidt-Holtz: "Der Markt ist kleiner als erwartet, und er kommt später als erwartet."

Einen Erinnerungsposten freilich behält CLT/Ufa dennoch bei Premiere: mit einem Mini-Anteil von fünf Prozent. Der Grund: Der Gütersloher Mediengigant will weiter den Pay-Markt beobachten. Und bei Rechteverhandlungen kann die Beteiligung von Nutzen sein, weil manche Abspielpakete nur gekoppelt für Pay TV und frei empfangbares Fernsehen veräußert werden.

Einigkeit scheint es nun auch über die Verkaufssumme zwischen Kirch und CLT/Ufa zu geben: Die Luxemburger forderten eine Summe von gut 1,5 Milliarden Mark.