Ein Autostündchen vor Turin liegt im Susatal das Dorf, durch das wir schlendern. Die Menschen stehen vor den Häusern hinter Tischen und blicken uns erwartungsvoll an. Denn heute ist Flohmarkt.

Auf den Tischen Räucherstäbchen, Postkarten, Röhrenradios und angestoßene Boiler, für die sich so recht niemand erwärmen will. Es geht auf den Abend zu, da wird kein großes Geschäft mehr zu machen sein; schon räumt die Frau vor uns ihre Tassen und Gläser ab ...

Aber was ist denn das, in der Schachtel da: Fünfmarkstücke? Zwischen allerlei Münzen, die uns Nichtnumismatikern nichts sagen, blinkt harte deutsche Mark!

Wir halten einen Fünfer hoch: Quanto costa? 1000 Lire, sagt die Frau; gut 1 Mark. Hm, hm, machen wir wie jemand, der sich überlegt, ob dies ein Handel wäre. Indessen die Frau einen Zweier aus der Kiste gegriffen hat. 1000 Lire!

Hm, hm, machen wir wie jemand, der sich überlegt, daß ein Zweimarkstück, den Kurs für Fünfer zugrunde gelegt, eigentlich nur 400 Lire kosten dürfte ...

Da hat sie schon ein Markstück zu fassen: 500 Lire! Ein Fünfzigpfennigstück: 500 Lire! Und einen Groschen: 500 Lire!

Oh, machen wir wie jemand, der Mühe hat, nicht den Überblick zu verlieren. In Wahrheit aber denken wir: Wer bezahlt denn für ein Fünfzigpfennigstück 50 Pfennig? Der muß ja schön blöd sein!