GR:Warnende Worte: Gerhard Mayer-Vorfelder, Präsident des Fußballvereins VfB Stuttgart und zugleich Vorsitzender des mächtigen Ligaausschusses im Deutschen Fußball-Bund (DFB), prophezeit "den großen Knall" in der Bundesliga. Der Grund: Die Vereine leben über ihre Verhältnisse. Rund 700 Millionen Mark Schulden haben die Profivereine inzwischen angehäuft. Verwunderlich ist da, daß der Stuttgarter Präsident die Kooperation einiger Vereine mit Rechteverwertern beklagt. Die Liaison zwischen dem Hamburger SV und der Ufa Sports, die zum Bertelsmann-Konzern gehört, hält er gar für "gefährlich". Die Ufa finanziert den Stadionneubau des Vereins mit und hat ein Darlehen für Spieler-Einkäufe gewährt.

Auf die Ufa dürfte der Funktionär künftig noch öfter stoßen. Denn der Hamburger Vermarkter will sich an Vereinen beteiligen. Gemeinsam mit dem Fernsehsender M 6, der zur Bertelsmann-Tochter CLT/Ufa gehört, soll die Mehrheit am französischen Verein Girondins de Bordeaux übernommen werden. In Deutschland käme zunächst Hertha BSC in Frage, mit dem die Ufa schon jetzt im Marketinggeschäft eng liiert ist. Und da die Ufa auch mit Borussia Dortmund eine engere Zusammenarbeit plant, scheint eine Kapitalbeteiligung nicht ausgeschlossen. Schließlich strebt Dortmund als erster Bundesliga-Club den Gang an die Börse an. Wirtschaftlich gefährlicher dürften indes Vereine agieren, die noch immer von Hobby-Präsidenten regiert werden - wie der VfB Stuttgart.