Heutige Biotechniker, die das Erbgut von Ackerpflanzen verbessern wollen, können auf eine uralte Tradition zurückblicken. 5000 bis 10 000 Jahre ist es her, daß Bauern Gräser in Getreide umgewandelt haben. Wie eine solche Domestikation, also der Übergang von der Wild- zur Kulturpflanze, genau ablief, das haben jetzt amerikanische Botaniker und Genetiker beschrieben (Nature, Bd. 398, S. 236). Sie analysierten das Erbgut von Maisarten und verglichen es mit wilden Urahnen. Die Mutter zeitgenössischer Maispflanzen ist danach das in Mexiko gedeihende Gras namens teosinte; im Unterschied zum heutigen Mais trägt es seine Körner an langen Stengeln. Offenbar sortierten die frühen Ackerbauern immer wieder die langstieligsten Pflanzen aus. Durch diese viele Jahrhunderte dauernde Zuchtauslese veränderten sie jenen Abschnitt im Erbgut, der das Gen für lange Stengel kontrolliert.