Es gibt keine "pensionierten" Kumpel - Ihr Gesprächspartner Werner Heinrich ist sicherlich Knappschafts-Rentner. Das ist wohl doch ein nicht nur kleiner Unterschied zum pensionierten Beamten. Er hätte Ihnen auch sagen können, daß die Halden von Bergwerken durchweg Bergehalden sind, also aus taubem Gestein bestehen, das in Aufbereitungsanlagen ("Wäschen") auf verschiedene Arten von der Kohle getrennt wurde.

Schlicht Unsinn ist, in diesem Zusammenhang von "verglühter Schlacke, dem Abfallprodukt von Kokereien", zu reden. Kokereien stellen aus Feinkohle durch Erhitzen unter Luftabschluß Koks her. Bei diesem Prozeß entstehen Destillationsprodukte in vielfältiger Form, die industriell weitergenutzt werden. Auf den Kokereidestillaten, zum Beispiel Teer, beruht eine ganze Chemiesparte. Ich wüßte nicht, welche Kokereiabfälle "auf Halde" gekippt werden. Es mag in der Nähe von Hüttenwerken noch alte Schlackenhalden geben. Seit Jahrzehnten ist aber Hochofen- und Stahlwerksschlakke ein begehrter Stoff, der weiterverarbeitet wird, zu Schotter, Granulat oder Hochofen- und Hüttenzement.

Schließlich, der Duden verrät es, ist ein Stollen ein "waagerechter Grubenbau, der zu Tage ausgeht". So etwas gibt es "auf Hugo" nicht. Kumpel Heinrich würde von Richtstrecke und Querschlag gesprochen haben.

Gerd Schütte, Bad Iburg