In Großbritannien schickt das nationale Kartellamt Office of Fair Trading (OFT) bald eine Horde von Preiswächtern durch das Königreich: Sie sollen sich im Auftrag von Regierungschef Tony Blair und seinem Wirtschaftsminister Stephen Byers bei Autohändlern, Supermärkten, Drogerien, Wasserwerken, Finanzdienstleistern und Flughafenbetreibern umschauen. New Labour vermutet nämlich in diesen Branchen Kartelle: Autos zum Beispiel sind auf der Insel manchmal um die Hälfte teurer als auf dem Festland. Zwar kann das Amt nach der bisherigen Rechtslage nur in den wenigsten Fällen gegen Missetäter vorgehen, doch immerhin sollen die Untersuchungsberichte als eine Art Pranger veröffentlicht werden. Außerdem bekommen die Verbraucherschützer im nächsten Jahrtausend polizeiähnliche Rechte eingeräumt, dürfen Unternehmen nach Gutdünken betreten und saftige Strafen verhängen. Freie Marktwirtschaft? Für Tony Blair nur, solange die Preise stimmen.