Was selbst Wilhelm Conrad Röntgen, der Entdecker der nach ihm benannten Strahlen, nicht geschafft hat, ist nun Physikern der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen gelungen: die Entwicklung einer Linse, mit der sich Röntgenstrahlen bündeln lassen. Das hielten viele Wissenschaftler bis vor kurzem für unmöglich. Im Unterschied zu sichtbaren Lichtstrahlen werden die kürzerwelligen Röntgenstrahlen von einer Linse aus Glas nicht gebündelt. Die neuartige Linse von der Größe eines Markstücks besteht deshalb aus Aluminium, das für Röntgenstrahlen durchsichtig ist. Mit der Linse lassen sich auch Objekte abbilden, die für sichtbares Licht unsichtbar sind. Die Aachener Physiker wollen mit ihrer Neuentwicklung beispielsweise feinste Risse im Innern von Werkstücken sichtbar machen. Auch biologische Objekte, etwa rote Blutkörperchen, sollen unter die Linse kommen.