Die vom Rowett Research Institute im Internet veröffentlichten Daten sind verwirrend. Aus Professor Pusztais Versuchsbericht läßt sich der Schluß ziehen, daß in Kartoffeln eingebaute Schneeglöckchen-Lektine einen negativen Einfluß auf das Wachstum und die inneren Organe von Ratten haben. Die Überprüfungskommission ("Audit Committee") dagegen schließt aus Pusztais Versuchen das genaue Gegenteil. Das wird im Artikel verschwiegen. Beide Berichte lassen Fragen offen. Vor allem an Pusztais Daten über die verwendeten Kartoffeln fällt auf, daß sich die transgenen Kartoffeln in manchen Inhaltsstoffen deutlich von ihren Ausgangspflanzen unterscheiden. Das könnte daran liegen, daß sie unter sehr verschiedenen Bedingungen kultiviert worden waren.

Die Forderung nach angemessener Prüfung gentechnisch veränderter Pflanzen wird natürlich zu Recht erhoben, niemand hat das jemals bestritten. Niemand wird auch ernsthaft bestreiten, daß bei Übertragung von Genen unerwartete Effekte auftreten können. Nur muß man prüfen, wann was wie untersucht werden muß, um dem Verbraucher die nötige Sicherheit zu garantieren. Das sollte aber je nach Einzelfall entschieden werden.

Im übrigen sei der kleine Hinweis gestattet, daß in Nordamerika seit Jahren gentechnisch veränderte Pflanzen in riesigem Ausmaß angebaut werden. Wenn all die von Skeptikern entworfenen Horrorszenarien auch nur einen Funken Berechtigung hätten, müßten die nordamerikanischen Verbraucher von Allergieschockwellen geschüttelt worden sein. Darüber war aber noch nie etwas zu hören.

Dr. Peter Langelüddeke Hofheim