Im vergangenen Jahr erregte der Evolutionsbiologe Edward Wilson mit seinen Thesen zur Einheit des Wissens (Siedler Verlag) internationales Aufsehen. Jetzt wird die 1994 auf englisch erschienene Autobiographie des amerikanischen Ameisenexperten nachgeschoben. Wir erfahren unter anderem, wie schon der junge Edward stundenlang im Wasser stand, um Quallen zu bestaunen, wie er mit selbstgebastelten Netzen Schmetterlinge jagte und daß er seine kindliche Neugier auch als gefeierter Entomologe nicht verlor. Eine Lektüre für alle verhinderten Käfersammler.

Klaus Richter: Die Herkunft des Schönen. Grundzüge der evolutionären Ästhetik; Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1999; 352 S., 78,- DM Das Buchcover ist furchtbar: Eine blumenumkränzte Kosmetikschönheit kontrastiert mit einem Orang-Utan-Weibchen, das sich mit einem Kohlblatt auf dem Kopf schmückt. Doch hinter dem gruseligen Titelblatt verbirgt sich ein ernsthafter wissenschaftlicher Versuch über das Schöne. Der Jenaer Verhaltensbiologe Klaus Richter begibt sich auf Spurensuche durch Philosophie, Kunst- und Kulturgeschichte, Paläoanthropologie und Neurophysiologie. Herausgekommen sind ein anregender Streifzug und die These, daß der Sinn für das Schöne letztlich auf unsere Evolutionsgeschichte zurückzuführen ist.

Edward O. Wilson: Des Lebens ganze Fülle. Eine Liebeserklärung an die Wunder der Natur; Claassen Verlag, München 1999; 400 S., 44,- DM