Für Kinder gibt's eins, für die Post, für Hugenotten, Videospiele und ganz viele für Bilder und Skulpturen - nur der Architektur gönnt man in der Hauptstadt kein Museum. Da hat man nur das DAZ, von dem wir hofften, es könnte sich zu einem nationalen Zentrum auswachsen, wie es andere Staaten längst haben, um ihre Baukultur zu beleben (ZEIT Nr. 2/ 99). Doch die Hoffnung ist verflogen: Zwar lebt das DAZ weiter dank privater Förderung, doch hat es sich nun auch vollends privaten Interessen verschrieben. Gespalten war es von Anfang an, man wollte Baukunst und Bauwirtschaft ein Forum bieten und so zwei getrennte Welten zusammenführen. Ein schönes Wagnis - doch nun begnügt sich das DAZ damit, den "Dienstleister für die im Planungs- und Baubereich tätigen Branchen" zu spielen. So schluckt die eine Welt die andere, und wir lernen: Ein Architektur-Zentrum wird es ohne öffentliche Unterstützung nicht geben. Also, Architekten, fordert! Und träumt! Von einem Domizil in Berlins Mitte, im Staatsratsgebäude zum Beispiel. Bis zum Herbst 2000 residiert dort der Kanzler. Und danach?