Das für die deutschen Bischöfe in Lingen zur Behandlung anstehende Thema war ein unstrittig pastorales Thema, das nach dem Kirchenrecht eindeutig in die Zuständigkeit der Ortskirche gehört. Desto bedauerlicher ist der fehlende Mut der Bischofskonferenz, das ihr zustehende Recht einer autonomen Entscheidung innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs in dieser Frage auch der päpstlichen Zentrale in Rom deutlich werden zu lassen.

Anhand der Beratungsthematik hätten die deutschen Bischöfe Rom verständlich machen können, daß die Kirche keine monolithische Pyramide, sondern eine Gemeinschaft von Ortskirchen ist und daß die Bischöfe keine Verwalter römischer Filialen sind, die nur die Anweisungen Roms auszuführen haben. Indem die deutschen Bischöfe ihr bislang nicht offiziell veröffentlichtes Ergebnis einem römischen Plazet unterwerfen, berauben sie sich ihrer Eigenständigkeit und erklären sich selber für bedeutungslos.

Paul Haverkamp, Lingen/Ems