Waldbrände verwandeln manchen biologisch öden Hain in ein blühendes, artenreiches Biotop. Viele Pflanzen und Tiere sind darauf spezialisiert, verkohlten Lebensraum zu erobern. So auch der Kiefern-Prachtkäfer Melanophila acumulata. Er wittert Waldbrände bereits aus 50 Kilometer Entfernung und fliegt stracks dorthin, um sich mit Artgenossen zu paaren und im verkohlten Holz Eier abzulegen. Nur hier können sich seine Larven entwickeln. Biologen von der Universität Gießen haben herausgefunden, wie der Käfer Waldbrände aus so großer Entfernung aufspüren kann (Nature, Bd. 398, S. 298). Seine Antennen tragen einen ungemein empfindlichen Sensor für Guajacol-Derivate. Das sind Stoffe, die brennendes Holz abgibt. Die Käfernase ist so fein, daß sie sogar die bevorzugte Holzart erschnüffeln kann.