Arzneimittelhersteller haben es schon schwer: Alle anderen Unternehmen können die Nachfrage nach ihren Produkten erhöhen, indem sie kräftig die Werbetrommel rühren. Der Pharmabranche ist dieser Weg versperrt: Die Nachfrage nach Pillen und Pülverchen wird weitgehend von Grippeviren und Gesundheitspolitikern bestimmt. Endverbraucherwerbung ist verboten - zumindest für verschreibungspflichtige Medikamente.

Jetzt hat die Branche einen Ausweg gefunden - dank Internet. Schering zum Beispiel nimmt per Website Kontakt zu potentiellen Kunden auf. Dort bietet das Unternehmen, weltweiter Marktführer bei oralen Kontrazeptiva, Informationen zu Sexualität und Verhütung. Richtig Zulauf hat die Website, seit Schering zusätzlich eine Partner-Börse eingerichtet hat. Jungs und Mädchen können hier Alter, Hobbys und Musikgeschmack eingeben und per E-Mail Kontakt zu Gleichgesinnten knüpfen (siehe auch Seite 42). "Wir versuchen Jugendliche in einer ihnen gerechten Sprache anzusprechen, um sie über Verhütung zu informieren", sagt Schering-Managerin Heike Prinz. "Das ist keine Werbung, weil unser Logo nur ganz dezent auftaucht." Trotzdem sei es natürlich nicht ausgeschlossen, daß sich die jungen Frauen an die Schering-Mikropille erinnerten, wenn sie auf der Website einen Partner gefunden hätten ...