Zur "nationalen Ehrenpflicht" will Hans Mommsen die Entschädigung jener Ausländer erheben, die als Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkrieges die deutsche Wirtschaft mittragen mußten. Dem Gedanken kann man nur zustimmen, denn Nutznießer der Arbeit von Verschleppten waren nicht nur die Industrie und Bauwirtschaft, sondern auch die deutsche Landwirtschaft, die öffentliche Hand und die Bevölkerung überhaupt.

Als Fürsprecher einer anständigen Lösung der Entschädigungsfrage hat Mommsen jedoch wenig Glaubwürdigkeit. 1991 trat er noch in der Öffentlichkeit mit gewaltiger Rhetorik gegen die Forderung der ehemaligen Zwangsarbeiter nach individueller Entschädigung auf und lieferte der Ablehnungsfraktion im Vorstand der Volkswagen AG die entscheidenden Legitimationsargumente. Meint Mommsen, die ehemaligen Zwangsarbeiter beziehungsweise die Witwen und Witwer der inzwischen Verstorbenen haben es vergessen, wie er ihnen damals in den Rücken fiel?

Prof. Therkel Straede Odense/Dänemark