Albrecht Ade, Direktor der Filmakademie Baden-Württemberg, steht den Studenten persönlich Rede und Antwort, auch wenn der Andrang am Informationstag Anfang März groß ist. Aus dem ganzen Bundesgebiet sind junge Leute angereist, um sich über den neuen Studiengang für Wissenschaftsjournalisten zu informieren. Was bisher nur durch Learning by doing von der Pike auf erlernt wurde, soll ab dem nächsten Herbst an der Uni vermittelt werden. Wer ein Studium im Fach Mediadesign in Ludwigsburg an der Filmakademie abschließt, macht in den Medien sicherer und schneller Karriere als anderswo, prophezeit Direktor Ade künftigen Regisseuren, Drehbuchautoren, Produzenten und Wissenschaftsjournalisten.

Der Reiz des Fächerverbundes Mediadesign besteht darin, daß Fachjournalisten gemeinsam mit Computeranimateuren, Designern und Filmemachern studieren. So können sie Erfahrungen austauschen und dabei voneinander lernen. Zwei der drei neuen Studiengänge im Fächerverbund, nämlich TV/Film-Design und Virtual Design, gibt es seit Ende letzten Jahres. Das dritte Fach, Wissenschaftskommunikation genannt, startet im Wintersemester mit zunächst acht Studienplätzen. Mit diesem bescheidenen Beginn bietet Ludwigsburg, bislang einmalig in Deutschland, ein Vollstudium für Wissenschaftsjournalisten an.

Und die die Berufsaussichten? Winfried Göpfert, Professor für Medienwissenschaften an der Freien Universität Berlin, gibt sich zuversichtlich. Der Journalist, der selbst bei der ARD ein Gesundheitsmagazin moderiert, hat für die Bundesrepublik 1700 berufstätige Wissenschaftsjournalisten ermittelt. 20 bis 40 Nachwuchskräfte werden nach seinen Berechnungen pro Jahr gebraucht, wegen des altersbedingten Ausscheidens erfahrener Kollegen. Am Berliner Institut für Publizistik gibt es derzeit 16 Studienplätze jährlich. In Ludwigsburg kommen im Herbst weitere acht hinzu. Das Studienangebot scheint angemessen.

Was die Nachfrage angeht, versichern Göpfert und Ade, gingen bei ihnen viele Anfragen aus den Medien ein. Gefragt sind vor allem gut ausgebildete Wissenschaftsjournalisten fürs Fernsehen. "Die Ansprüche an Wissenschaftsfilme sind gestiegen", sagt Albrecht Ade. "Es herrscht großer Bedarf an Leuten, die wissenschaftlich fit und außerdem in der Lage sind, solche Themen auch verständlich rüberzubringen."

Nur jeder sechste Bewerber wird zur Klausur gebeten

Für Praxisnähe sorgen in Ludwigsburg erfahrene Fernsehjournalisten, unter anderem des Südwestrundfunks, und Gastreferenten von der BBC. Im Bereich Wirtschaftskommunikation, der zum Studium dazugehört, erstellen die Studenten vor allem Produkt- und Imagevideos für Unternehmen.

Grundsätzlich steht das Studium allen Bewerbern offen. Doch wer kein Abitur vorweisen kann, muß den Umweg über eine Fachhochschule für Gestaltung nehmen. Nach dem Vordiplom kann man sich dann bei der Filmakademie für das Studium Mediadesign bewerben. "Er oder sie verliert dabei gegenüber den Abiturienten ein Jahr," rechnet Ade vor. "Eine Aufnahmegarantie gibt es aber nicht."