Wenige Buchstaben liegen im Internet zwischen proserbischer und proalbanischer Propaganda: hier (www.kosovo.net) wie dort (www.kosova.com) Farbfotos von zerschossenen Häusern, als Untaten der Nato oder der jugoslawischen Volksarmee ausgewiesen, Aufnahmen von verwesenden Säuglingen und Leichenbergen. Die Wahrheit bleibt unsichtbar wie ein Stealth-Bomber, allein die Stimmung vor Ort wird im Kreuzfeuer der Propaganda bedrückend spürbar.

Auch dadurch, daß das Netz - obwohl die Bomben fallen - noch recht und schlecht funktioniert und die Menschen dort ungefiltert mit der Welt reden können - vom Leben, das weitergeht, von Hamsterkäufen und anderen banalen Alltäglichkeiten aus Belgrad oder Novi Sad, wo die überlasteten Leitungen nur frühmorgens um fünf das Absenden von Nachrichten gestatten.