Ein Auto zu kaufen ist heute günstig wie nie - die Hersteller balgen sich förmlich um neue Kunden. Selbst im Internet kann der interessierte Käufer auf Schnäppchenjagd gehen, etwa wenn der Autovermieter Sixt dort seine Gebrauchten per Auktion feilbietet. Doch ein Autokauf ist nur dann wirklich günstig, wenn auch der Service danach stimmt. Und da gibt es je nach Marke gewaltige Unterschiede. Ferdinand Dudenhöffer, Automobilexperte an der Fachhochschule Gelsenkirchen, und seine Mitarbeiter haben erstmals die Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus eines Autos zu messen versucht. Das umfaßt die Informationen in der Suchphase genauso wie Mobilitätsgarantien oder die Öffnungszeiten der Vertragswerkstätten. Die "Servicebreite" der einzelnen Marken sei "recht unterschiedlich", so das Urteil der Wissenschaftler. Am umfassendsten wird danach die Kundschaft bei VW bedient, gefolgt von Mercedes, Opel und Audi. Ganz hinten unter den 30 untersuchten Fabrikaten rangieren die meisten Japaner und die Koreaner, aber auch Rover (Platz 25) und Chrysler (Platz 29). Deren Mutterkonzerne BMW und DaimlerChrysler müssen sich hier noch "gewaltig anstrengen", befindet Dudenhöffer. Der Servicestandard von Chrysler ist meilenweit von Mercedes-Benz entfernt. In Stuttgart und München hat man den Mißstand bereits erkannt. Der Chrysler-Jeepvertrieb hierzulande wurde soeben dem deutschen Mercedes-Chef unterstellt. Und auch bei Rover haben jetzt die BMW-Leute "direkten Durchgriff". Schließlich könnten schlechte Noten für die weniger edlen Brüder aus der Konzernfamilie am Ende noch am glänzenden Lack der Nobelmarken kratzen.