Die Banane und kein Ende: Diesmal ist sie allerdings nicht Streitobjekt der Welthandelsorganisation WTO, sondern Signal für eine neue internationale Kampagne des Vereins Banafair e. V., der aus Anlaß des 100. Geburtstags des Chiquita-Konzerns erneut gegen die schlechten Arbeitsbedingungen in der von drei Konzernen beherrschten Bananenwirtschaft zu Felde zieht. Wie zu erwarten, wird auch die Konrad Adenauer zugeschriebene Bemerkung "Die Banane ist eine Hoffnung und eine Notwendigkeit für uns alle" aus den Archiven hervorgeholt. Jetzt aber wider besseres Wissen, wie das Quellenstudium des Bonner Journalisten Helmut Lohrscheid belegt. Nach dessen Recherche sagte Adenauer 1957 zwar wirklich den berühmten Satz: "Sie ist eine Hoffnung und Notwendigkeit für alle." Allerdings meinte er nicht die Banane, sondern ganz unzweideutig die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. Aber was hilft die Wahrheit, wenn die freie Erfindung so viel schöner ist. Denn obwohl Lohrscheids Bananenreport seit einem Jahr in einem Band über journalistische Recherche nachzulesen ist, bleibt die Banane weiter unser aller Hoffnung und Notwendigkeit.

Neuer Oscar Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Peer Steinbrück hat soeben einen "offenen Wirtschaftspreis" des Landes für vorbildliche, zukunftsorientierte unternehmerische Leistungen ausgeschrieben. An dem Wettbewerb um den Milestones genannten Preis können sich EU-Unternehmer aller Branchen und Größenordnungen bewerben. Nach Steinbrücks Vorstellungen hat "der Preis den Anspruch, ein Oscar für die Wirtschaft zu sein". So ist das: Der eine Oskar geht, der andere kommt, nun wenigstens einer, dem die Wirtschaft Beifall zollt.

Wortbruch Fünfundsechzigmal hat die Bundesregierung inzwischen Gerhard Schröders Zusicherung gebrochen, es werde keine politisch bedingten Entlassungen geben. Die hohe Zahl belegt, daß die anfängliche Zurückhaltung der neuen Minister, politische Beamte vom Ministerialdirektor an aufwärts zu feuern, aufgegeben wurde. Die Pensionskosten für die vorzeitig in den Ruhestand versetzten Beamten belaufen sich auf knapp zehn Millionen Mark pro Jahr. Da die Betroffenen durchschnittlich noch rund zehn Jahre bis zur normalen Pensionierung "abarbeiten" müssen, dürfte das Revirement nach derzeitigem Stand um hundert Millionen Mark kosten. Dabei wird es nicht bleiben, werden doch weitere Entlassungen folgen. Einer der nächsten sollte nach Ansicht einiger Abgeordneter im Verteidigungsausschuß Hardthöhen-Staatssekretär Peter Wichert sein. Wichert, graue Eminenz im Verteidigungsministerium, wird selbstherrliche Politik nachgesagt. Mit seiner Schlüsselgewalt für Personal und Haushalt hat er nach dem Minister das einflußreichste Amt der Hardthöhe.