die zeit: Herr Fey, Ihr Ruhestand als ehemaliges Vorstandsmitglied der Hypo-Bank in München ist ziemlich unruhig. Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen Sie wegen des Verdachts der Untreue und der Bilanzfälschung.

Hans Fey: Ja, es wird ermittelt. Aber Presseberichte, ich hätte mich persönlich bereichert, sind Rufmord. Ich weise sie in aller Schärfe zurück.

zeit: Dennoch, es besteht der Eindruck, als sei es im Hypo-Vorstand vor der Fusion zur HypoVereinsbank drunter und drüber gegangen.

Fey: Das stimmt nicht. Die Bank erzielte gute Ergebnisse, verfügte über hohe offene und stille Reserven und lag in puncto Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und vielem mehr mit an der Spitze der deutschen Banken.

zeit: Tatsache ist, daß nach dem Zusammenschluß der beiden bayerischen Banken im Immobiliengeschäft der Hypo ein Loch von 3,5 Milliarden Mark klafft.

Fey: Es geht hier nicht um ein Loch, sondern um Bewertungsfragen in einem komplizierten Geschäft, nämlich der Immobilienbranche. Wir haben zu keinem Zeitpunkt gegen Bilanzvorschriften verstoßen. 3,5 Milliarden Mark klingen nach einer gewaltigen Summe. Nur je nachdem wie Sie die Entwicklung des Marktes - sei es bei Renditeerwartungen, Mieteinnahmen oder anderen Faktoren - auf die Zukunft hochrechnen und ob Sie langfristig entwickeln oder rasch verwerten wollen, ergeben sich enorme Unterschiede.

zeit: Der heutige Chef der HypoVereinsbank, Albrecht Schmidt, hat monatelang erklärt, er habe nichts von dem Milliardenloch gewußt. Kürzlich hat Herr Schmidt eingeräumt, ihm seien schon vor der Fusion latente Risiken im Hypo-Kreditgeschäft bekannt gewesen. Was wußte er wirklich?