Die Sache mit der doppelten Staatsbürgerschaft ist ein ganz schön schwieriges Problem, weil es so viele Facetten hat. Bisher dachte ich am Montag, Dienstag, Mittwoch, daß der ursprüngliche Vorschlag der FDP, der inzwischen zu einem Übereinkommen geführt hat, das richtige sei. Aber als ich zufällig am Donnerstag bei Heinrich Heine stöberte, fand ich folgende Stelle:

"Es wäre für mich ein entsetzlicher, wahnsinniger Gedanke, wenn ich mir sagen müßte, ich sei ein deutscher Poet und zugleich ein naturalisierter Franzose. - Ich käme mir selber vor wie eine jener Mißgeburten mit zwei Köpfchen, die man in den Buden der Jahrmärkte zeigt.

Es würde mich beim Dichten unerträglich genieren, wenn ich dächte, der eine Kopf finge auf einmal an, im französischen Truthahnpathos die unnatürlichsten Alexandriner zu skandieren, während der andere in den angeborenen wahren Naturmetren der deutschen Sprache seine Gefühle ergösse."

Nun werde ich wohl Freitag, Sonnabend, Sonntag meinen, daß Heine recht hat.