die zeit: Herr Neudeck, Sie haben Kontakt mit der kosovoalbanischen Hilfsorganisation Mutter Teresa. Was hören Sie über das Schicksal der mehr als 200 000 Flüchtlinge, die im Kosovo herumirren?

Rupert Neudeck: Die Menschen in den Wäldern und Feldern sind von allen Hilfsgütern abgeschnitten. Kein Konvoi kommt durch. Die Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes müssen in ihren Häusern bleiben. Die Lage ist grauenhaft.

zeit: Wie kann diesen Menschen geholfen werden?

Neudeck: Im Kosovo muß dringend ein Korridor geöffnet werden. Eine freie Strecke zwischen Skopje und Prishtina würde sicher helfen.

zeit: Das setzt das Einverständnis der Kriegsparteien, vor allem Serbiens, voraus.

Neudeck: Ich meine, es müßte jetzt der Versuch gestartet werden, die Vereinten Nationen und die OSZE zurück ins Spiel zu bringen. Diese Organisationen könnten am ehesten etwas erreichen.

zeit: Wie steht es um die Flüchtlinge, die es geschafft haben, das Land zu verlassen?