die zeit: Sie sind gerade mal 24 Jahre alt und haben eben summa cum laude an der Uni Duisburg in Anglistik promoviert. Warum sind Sie so schnell?

Jens Martin Gurr: Das war Zufall. Ich war nach meinem Zivildienst intellektuell ausgehungert und habe mich richtig auf die Uni gestürzt. Ich belegte 40 Wochenstunden, obwohl einem zu etwa 16 Stunden geraten wird. So kam es, daß ich nach dem ersten Semester schon zwölf oder dreizehn Scheine hatte.

zeit: Warum wurden Sie danach nicht langsamer?

Gurr: Weil ich da schon das Angebot für einen Lehrauftrag in Duisburg hatte.

zeit: Wie das?

Gurr: Ich besuchte bei meinem späteren Doktorvater ein Einführungsseminar. Er erlaubte mir auch, mich in sein Proseminar über den Roman Tristram Shandy zu setzen und lud mich in zwei seiner Hauptseminare ein. Ich habe damals in Mannheim studiert, dort ist die anglistische Fakultät sehr klein. Da ging das alles sehr unbürokratisch. Weil er gemerkt hat, daß ich engagiert bin und mich gut auskannte, hat er mir geraten, schnell Examen zu machen und nach Duisburg zu kommen, wohin er einen Ruf hatte. Das hat mich natürlich extrem gereizt.

zeit: Hatten Sie nicht das Gefühl, dazu erst einmal ein paar Semester studieren zu müssen?