Die afrikanischen Büffelweber zählen zu den größten Webervögeln und ähneln stark den Staren. Büffelweber der Art Bubalornis besitzen ein penisähnliches Organ, das bei den männlichen Tieren einen Orgasmus hervorrufen kann. Dieses Organ und seine Wirkung seien in der Vogelwelt einzigartig, heißt es in der jüngsten Ausgabe von Nature (Bd. 399, S. 28). Die meisten männlichen Vögel haben nämlich keinen Penis. Nur manche Arten wie der Strauß besitzen ein penisähnliches Begattungsorgan, das aus der Wand der Kloake entsteht - jenem Enddarmabschnitt, in den auch der Samen fließt.

Biologen der Universität Sheffield haben das Paarungsverhalten der Büffelweber in Namibia untersucht und mit Gentests nachgewiesen, daß diese in Kolonien brütenden Vögel es recht bunt treiben: Knapp drei Viertel aller untersuchten Gelege stammten von mehreren Vätern, und so mancher Erzeuger gehörte gar nicht zur Kolonie. "Hohe Spermakonkurrenz" nennen Biologen diese Form des Zusammenlebens und -zeugens. Da sich die Büffelweber meist versteckt im Blätterdach hoher Bäume paaren, war die Funktion ihres Pseudopenis bisher unklar. Die Biologen fingen daher einige Weber und beobachteten deren Paarungsverhalten in Volieren und an einer Vogelattrappe. Offenbar dringt der 16 Millimeter lange Pseudopenis nicht in die weibliche Kloake ein, sondern reibt deren Umgebung und löst schließlich eine Ejakulation aus, der orgasmusähnliche Zuckungen vorausgehen. Worin dabei der biologische Vorteil des Pseudopenis liegen soll, ist noch unklar.