Das Rezept las sich gut: Man miete überall auf der Welt Restaurants an und stopfe sie voll mit allerlei Hollywood-Memorabilien wie etwa dem BMW Z3, den James Bond in Golden Eye fuhr. Dann ködere man die Kundschaft mit dem Versprechen, daß in den Etablissements auch mal richtige Filmstars der Klasse Whoopi Goldberg oder Arnold Schwarzenegger einkehren. Schließlich verkaufe man Gästen nach dem Essen T-Shirts oder andere Souvenirs.

Anfänglich ging das Konzept tatsächlich auf. Planet Hollywood wurde innerhalb von wenigen Jahren zur weltweit größten Restaurantkette. Als sie im April 1996 an die Börse ging, erlebte die Aktie eine Hausse, die sonst nur Internet-Firmen kennen: Nach wenigen Stunden war das Papier auf über 30 Dollar gestiegen und das junge Unternehmen über 3,5 Milliarden wert.

Doch mittlerweile ist die Stimmung ziemlich verdorben. Vergangene Woche verkündete Planet Hollywood, daß es im vergangenen Quartal noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht ist: minus 35 Millionen Dollar - fast die Hälfte des Umsatzes. Die Gläubigerbanken wollen bis Ende Juni ihr Geld zurück. PricewaterhouseCoopers, der Buchprüfer der Restaurantkette, meldete offiziell Zweifel an ihrer finanziellen Überlebensfähigkeit an. Die Aktie ist inzwischen auf unter einen Dollar abgesackt.

Kein Wunder, daß Anleger jetzt fragen, warum sie so viel Geld verloren haben. Die Antwort ist vielfältig: ein zu groß denkender Firmengründer, ausbleibende Stammkundschaft und faule Börsenanalysten - all das machte aus Planet Hollywood einen der erstaunlichsten Reinfälle in der jüngeren amerikanischen Wirtschaftsgeschichte.

Hauptakteur des Lehrstücks um Planet Hollywood ist Robert Earl, der frühere Chef der Restaurantkette Hard Rock Cafe. Nachdem sich der Pionier des sogenannten eatertainment im Streit aus dem erfolgreichen Unternehmen zurückgezogen hatte, startete er 1991 eine neue Firma. Statt Rockambiente sollte in seinen neuen Gaststätten das Flair der Filmwelt herrschen - und das nicht nur dank Erinnerungsstücken aus berühmten Streifen.

Deswegen spannte Earl gleich zwei Dutzend Stars für sich ein, neben Goldberg und Schwarzenegger etwa auch Demi Moore, Bruce Willis und Sylvester Stallone. Der britische Manager vermachte den Schauspielern fast ein Fünftel des Unternehmens. Als Gegenleistung versprachen sie dem 47jährigen, bei den Eröffnungsgalas eines Restaurants präsent zu sein - und damit für das nötige Medienecho zu sorgen.

Anfangs hatten die Stars viel zu tun. Als Planet Hollywood an die Börse ging, betrieb das Unternehmen gerade mal 14 Restaurants in großen Touristenzentren wie Las Vegas, London oder Paris. Jetzt prangt das Filmstadtlogo an 95 Orten in 31 Ländern. Und das längst nicht mehr allein in Metropolen wie beispielsweise München oder Berlin, sondern auch in amerikanischen Provinzstädten.