Er wolle, sagte der neugewählte Bundespräsident, "Ansprechpartner aller Menschen sein, die ohne einen deutschen Paß bei uns leben und arbeiten". Ansprechpartner! Das Wort kam in den siebziger Jahren auf (der älteste Beleg in den Wörtersammlungen des Instituts für deutsche Sprache stammt von 1974) und ist Teil der Großaktion SSW (Sprachliche Schönung der Welt). Wo man vordem in den großen Behörden, Verbänden, Firmen frostige Sachbearbeiter oder Kontaktpersonen vorgefunden hatte, wartete nun der freudige Ansprechpartner. Definition: der Mitarbeiter, der gerade nicht da ist. Ein Partner - ob ein Geschäftspartner oder der Lebenspartner - war immer einer gewesen, mit dem ich gemeinsame Sache mache. Jetzt ernannte sich der, der am andern Ende des Strangs zieht, dreist selber zu meinem Partner (etwa auch Ihr Servicepartner). Rau sei Dank, daß er das schon etwas eingeschlafene Gefühl für die Absurdität des Wortes wieder aufgefrischt hat. Der ansprechwilligen paßlosen Ausländer wird sich das Bundespräsidialamt zu erwehren wissen. Gut eignet sich der Drahtverhau der Telefonie: "Wenn Sie ... dann drücken Sie die 3! ... jetzt die 37 ... Blablabla. Wir danken für Ihren Anruf!"