Telefonverzeichnisse auf CD-ROM gehören seit einigen Jahren zur Standardausstattung des PC-Nutzers. Sie bieten eine kostengünstige Suche nach Telefon- und Faxnummern, im Festnetz wie in den diversen Mobilfunknetzen. Sie leisten gute Dienste, wenn eine Adresse komplettiert oder eine Postleitzahl gefunden werden muss. Sie taugen allerdings wenig, wenn es ihrem Benutzer darum geht, zu einer Rufnummer den Anschlussinhaber zu finden. Diese "Rufnummernidentifikation" oder Rückwärtssuche hat es einmal gegeben, sie musste aber nach der Datenschutzverordnung für Telekommunikationsunternehmen wieder entfernt werden. Die Hersteller der CDs halten sich an die Auflage, weil sie von den Telefonanbietern sonst nicht mit den aktuellen Nummern beliefert würden.

Nun ist aber ein Schweizer Programm namens RufIdent99 auf den Markt gekommen, das bei der Telefon-CD Klicktel99 die Rückwärtssuche ermöglicht. Es bietet außerdem einen Straßenfilter, der eine Liste aller Anschlüsse in einer vorgegebenen Straße erstellt - ein handliches Werkzeug für Journalisten, die an einem Unglücksort recherchieren, oder auch für räumungswillige Einbrecher. Um die CD ist ein juristischer Streit entbrannt. Eine einstweilige Verfügung soll den Vertrieb des Programms unter Berufung auf die Datenschutzverordnung untersagen. Sinnigerweise kommt der juristische Vorstoß nicht von der Firma Klicksoft, deren Datenbestand in Gefahr ist. Kläger ist der Mitbewerber Topware, dessen D-Info 99 nicht mit RufIdent99 harmoniert. Juristisch vertreten wird Topware von dem schillernden Anwalt Joachim Steinhöfel, der auch als Coverboy die Topware-CD ziert. Der Gegner ließ sich nicht lumpen: Die Vertreiber von RufIdent99 heuerten den Freiherrn Günter von Gravenreuth als juristischen Vertreter an. Von Gravenreuth ist durch eine Serie von Abmahnungen in der Computerszene weithin bekannt. Kommt Steinhöfel mit seinem Anliegen durch, so seien alle bekannten Suchwerkzeuge bis hin zum Windows-Explorer unzulässig, argumentiert von Gravenreuth.