Der Finne, so lesen wir leicht verärgert, hat beschlossen, während seiner EU-Präsidentschaft auf die Konferenzsprache Deutsch zu verzichten. Kein schöner Zug, muss man sagen. Einer großen Kulturnation gegenüber völlig unangemessen. Die auf diesem Gebiet ja wohl Beachtliches hervorgebracht hat; wir erinnern stellvertretend an August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der seinerzeit an die 500 Lieder komponierte, darunter Morgen kommt der Weihnachtsmann. Von Fallersleben war es, der in Verse gefügt hat, was ein Volk lebenslang zu edler Tat beflügelt: deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein, deutscher Sang. Vor allem Letzterer. Gedeiht eher selten. Schon gar nicht am finnischen Polarkreis.

Dankenswerterweise hat der Beauftragte des Bundes für Kulturpolitik, Dr. Naumann, die passenden Worte gefunden, in einem (übrigens viel zu wenig beachteten) Interview mit der Zeitschrift Lied & Chor. Jede Art von Laienaufführung, so Naumann ("Ich habe selbst drei Jahre lang in Chören gesungen, erst Bariton, dann Bass"), sei originär Ausdruck von Lebensfreude, Kreativität und Engagement.

Um das Thema abzurunden: Rex Gildo ist 60 geworden. Hossa! Oder, wie der Bundesbeauftragte für das Laienchorwesen möglicherweise noch eine Spur geschliffener formulieren würde: Des Gesanges muntern Söhnen weicht im Leben jeder Schmerz, und im Morgenglanz des Schönen fliegt die Seele himmelwärts.